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Wie funktioniert unser Konzept eigentlich?


An sich ist das ganz einfach. Durch ein vertikales Anbaukonzept, können wir platz- und ressourcenschonend Lebensmittel anbauen. Als daraus entstehenden Effekt sparen wir Nutzfläche ein, die wir dann für Biodiversitäts-Zwecke nutzen. Somit haben wir die Möglichkeit, viele verschiedene Größen an Blühpatenschaften und weitere nachhaltige und verantwortungsvolle Produkte anzubieten.


Da wir einige Flächen naturbelassen  stehen lassen wollen, siedeln wir an vereinzelten Flächen keine Honigbienen an. Dennoch planen wir, unsere Kapazitäten noch zu erweitern und vereinzelt Pakete inklusive Honig von den Blühwiesen anzubieten. Wie der Honig von der Bestellung bis zu dir nach Hause kommt, haben wir hier einmal für dich dargestellt:

Warum machen wir das Projekt?

Mit dem Projekt ImmerBunt wollen wir selbst Initiative ergreifen, Verantwortung übernehmen und dadurch etwas Gutes für die Natur und Artenvielfalt tun. Dabei ist ImmerBunt eigentlich nur unser Nebenprojekt, wir beschäftigen uns primär mit dem vertikalen Anbau von pflanzlichen Erzeugnissen in einer Hydrokultur, der Errichtung einer sogenannten „Vertical Farm“. Wir können damit auf der gleichen Fläche ein vielfaches Ernten als auf dem Feld. Die eingesparte Fläche in der freien Landschaft wollen wir daher dem Naturschutz widmen.

Welche Tiere können von Blühflächen profitieren?

Untersuchungen haben gezeigt, das Blühflächen verschiedenste Tierarten fördern können. Durch ein erhöhtes Blühangebot fördern Blühflächen bestäubende Insekten, wie Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Auch Regenwürmer, Spinnen und Käfer können profitieren. Für Vögel und Niederwild steigt der Nutzen mit der Größe der Fläche. Sie haben einen Mehrwert durch die Funktion der Blühflächen als Nahrungsquelle und Deckung. Auch für Feldhamster können Blühflächen einen Lebensraum bieten.

Was sind Blühflächen?

Blühflächen sind mit einer Blühmischung angesäte Ackerflächen. Für einen Zeitraum von ein oder mehreren Jahren, wird auf diesen die Produktion landwirtschaftlicher Güter zugunsten der Anlage von Blühflächen unterlassen. Ist der Charakter der Blühflächen weniger großflächig, sondern eher streifenförmig, spricht man auch von Blühstreifen.

Die Anlage von Blühflächen kann im Rahmen agrarpolitischer Programme auch staatlich gefördert werden und verfolgt verschiedene agrarökologische Ziele: 

  • Artenvielfalt/ Biodiversität fördern 
  • Lebensräume für Tiere & Pflanzen schaffen 
  • Nahrung für Bienen bereitstellen 
  • Biotope vernetzen 
  • artenreiche, heimische Vegetation fördern 
  • Bodenschutz und Gewässerschutz 
  • Nützlinge fördern 
  • Erholungswert der Landschaft verbessern 
  • Puffer- bzw. Übergangsflächen zu ökologisch sensiblen Biotopen 
  • Erosion verringern

Was ist der Unterschied zwischen Honigbienen und Wildbienen?

Wenn man von Bienen redet, dann meint man damit meistens unsere Honigbienen (apis mellifera). Dass es neben der Honigbiene aber noch über 580 weitere Bienenarten in Deutschland gibt, wissen viele nicht.

Die Honigbiene ist gewissermaßen ein Nutztier, wohingegen die übrigen Bienenarten wild leben und daher als Wildbienen bezeichnet werden. Die meisten Wildbienenarten leben dabei solitär, sie sind also Einzelgänger und bilden keine Staaten. Ein einzelnes Weibchen legt ein Nest an und versorgt ihren Nachwuchs mit Nahrung. Die Ansprüche an das Nest sind oft hoch speziell und werden zum Beispiel in Totholz oder im offenen Boden angelegt. Auch was das Nahrungsangebot betrifft sind Wildbienen meist hoch spezialisiert. Blüte ist nicht gleich Blüte und so sammeln sie nur den Pollen von bestimmten Wildpflanzen. Die Honigbiene hingegen nutzt ein sehr breites Spektrum an Blütenpflanzen.

Welche Saatgutmischung verwenden wir?

In der Regel bestehen einjährige Saatgutmischungen fast ausschließlich aus Kulturarten, die einen begrenzten ökologischen Nutzen haben. Wir stellen unser Saatgut jedoch eigens zusammen und versetzen eine öko-zertifizierte Grundmischung mit einer Vielzahl an wertvollen, regional zertifizierten Wildpflanzenarten. Dadurch sorgen wir für ein vielfältiges Blühangebot, von der eine große Bestäubergemeinschaft profitieren kann. Unser verwendetes Saatgut besteht aus 12 Kulturarten und 13 Wildarten.

Die in der ökologische Grundmischung enthaltenen Arten sind Buchweizen, Phacelia, Lein, Sonnenblume, Lupine, Serradella, Perserklee, Alexandrinerklee, Dill, Koriander, Ringelblume und Gelbsenf. Die regionalen Wildarten sind Kornrade, Acker-Witwenblume, Kornblume, Wilde Malve, Wiesen-Flockenblume, Weißer Steinklee, Spitzwegerich, Saat-Wucherblume, Weiße Lichtnelke, Rote Lichtnelke, Wiesen Margerite, Klatschmohn, Saat Mohn.

Was sind einjährige und was sind mehrjährige Blühstreifen?

Man unterscheidet einjährige und mehrjährige Blühstreifen. Einjährige Blühstreifen müssen in jedem Jahr neu eingesät werden, während mehrjährige Blühstreifen nach einmaliger Anlage über mehrere Jahre bestehen. Bei richtiger Anlage sind mehrjährige Blühstreifen den einjährigen aus ökologischer Sicht vorzuziehen.

Zur Lage unserer Artenvielfalt

Uns bleibt nicht mehr viel Zeit. Weltweit ist die Artenvielfalt gefährdet. Der UN-Weltbiodiversitätsrat rechnet damit, dass in den nächsten Jahrzehnten bis zu eine Millionen Arten aussterben könnten (1). Dabei werden nicht nur Regenwälder werden vernichtet, sondern auch artenreiche Biotope in Deutschland. Ein Drittel der in Deutschland vorkommenden Arten steht auf der Roten Liste und hat damit in seinem Bestand als gefährdet zu gelten (2).

Die einst diverse, strukturreiche Agrarlandschaft, die vielen spezialisierten Arten einen Lebensraum geboten hat, ist weitestgehend verschwunden. Die Landwirtschaft steht unter einem enormen Leistungsdruck, nach dem Motto „wachsen oder weichen“. weiterlesen…

Überschüsse aus unserem Projekt ImmerBunt werden für die Entwicklung und Umsetzung eines innovativen und nachhaltigen Anbausystems zur Kultivierung von pflanzlichen Erzeugnissen genutzt.

Somit bekämpfen wir die Symptome und Problematik zugleich, indem wir Raum für unsere Artenvielfalt schaffen und die Landwirtschaft nachhaltig ausrichten. In dem Anbaukonzept können wir mit 95 Prozent weniger Wasser, ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verschiedenste leckere Kräuter produzieren.

Du bist interessiert was da genau passiert?

Mehr Informationen findest du unter www.vertikali.de